
Smolensk 1890
- Paris 1967
Ossip Zadkine wird am 14. Juli 1890 in Vitebsk, Weißrussland geboren.
Seine Eltern schicken ihn 1905 nach Nordengland, der Heimat seiner
Mutter. Bis zum Jahr 1914 nennt er sich Joe Zadkine. Nach der
Beendigung des Regent Street Polytechnikums und der Central School of
Arts and Crafts in London geht der junge Künstler im Jahr 1909 nach
Paris. Dort schreibt Zadkine sich an der École des Beaux-Arts ein, die
er jedoch bald wieder verlässt, um von nun an als freischaffender
Künstler zu arbeiten. Zadkine beteiligt sich 1911 erstmals am "Salon
des Indépendants" und schließt sich im folgenden Jahr den Kubisten an.
Der Erste Weltkrieg hinterlässt in ihm und seinem Schaffen tiefe
Spuren. Die ersten Erfolge verzeichnen Zadkines Werke in Belgien und
Holland, dann in Frankreich, England und Amerika. Bereits in den 1920er
Jahren finden Retrospektiv-Ausstellungen seines Schaffens statt. Ossip
Zadkine flieht 1942 in die Vereinigten Staaten, dort arbeitet er in New
York, Arizona und North Carolina. Schließlich kehrt er 1945 in das
befreite Paris zurück, wo er von 1946 bis 1958 an der Académie de la
Grande Chaumière lehrt. Dem Künstler wird 1950 der erste Preis für
Bildhauerei der Biennale von Venedig zugesprochen und 1960 erhält
Zadkine den "Grand Prix de la Sculpture" der Stadt Paris. In den 1960er
Jahren erlebt er den Höhepunkt seiner Bekanntheit. Seine Werke werden
auf zahlreichen Ausstellungen um die Welt geschickt, während Zadkine
zuhause an Grafikfolgen, Monumentalskulpturen und Buchprojekten
arbeitet. In Paris am 25. November 1967 stirbt Ossip Zadkine.
Das Frühwerk Zadkines ist maßgeblich durch die Anregungen Auguste
Rodins und der Kubisten geprägt, deren Prinzipien er in die Plastik
überträgt. Um 1920 wendet sich der Künstler von der kubistischen
Formensprache ab und findet zu einem weicheren Stil. In den 40er Jahren
kommt es zu den charakteristischen Aushölungen und Durchbrechungen
seiner Skulpturen. Als sein Hauptwerk darf die 1953 entstandene Arbeit
"Stadt ohne Herz" gelten, ein Denkmal zur Erinnerung an die Zerstörung
und den Wiederaufbau von Rotterdam. Der Künstler Ossip Zadkine ist mit
der Malerin Valentine Prax (1899-1981) verheiratet, die 1978 der Stadt
Paris zwei ehemalige Werkstätten Zadkines sowie den Hauptteil seiner
Werke zur Gründung eines Zadkine-Museums überlassen hat.